Freudenmädchen
  Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

Webnews



http://myblog.de/freudenmaedchen

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Geschichten von der Prinzessin I

Das Volk hatte sich vor den Räumen der Prinzessin versammelt.
Der stinkende Mob ekelte sie zutiefst.
Voll Wut riss sie die Türen ihres Gemaches auf und schrie: "Dann sollen sie doch Kuchen
essen!"
Der Mob blieb einen Moment still, kratzte sich am Kopf und entschied sich dann ver-
nünftigerweise dafür zu rebellieren.
"Wir nehmen das nicht länger hin!" rief er und "Der Kopf muss ab!"
Die blauen und wunderschönen Augen der Prinzessin wurden groß und sie beschloss
nach Frankfurt zu ziehen. Schnell und emsig packte sie ihre sieben Köfferchen
und war gerade dabei die königlichen Paläste zu verlassen, als der wütende Mob sie aufgriff.
Sie schrie und schrie, doch der Mob, der seine Seele an Robespierre verkauft hatte, drehte
ihr nur noch fester die Arme auf den Rücken.
Als die Prinzessin drohte, alles ihrem Vater dem König zu berichten, hielt der Mob eben
dessen Kopf hoch. Die Prinzessin wurde augenblicklich ohnmächtig und der Mob schüttelte
sich vor Lachen.
In einem Ohnmachtszustand kann sich der Mensch verständlicherweise nicht wehren und so
wurde die Prinzessin zum Hauptversammlungsort des Mobs gebracht, nämlich zum
Hinrichtungsplatz.
All die kleinen Blumen am Wegesrand glitten an den ohnmachtsvoll geschlossenen Augen
der Prinzessin vorbei, ohne von ihr bemerkt zu werden.
Und die Tauben in den Bäumen vergossen bittere Tränen um die kleine Prinzessin.
Noch eine Woche zuvor hatten sie ihr ein Kleid geschenkt, so gülden und wundervoll,
dass die Prinzessin benso wie die Tauben jetzt, hatte weinen müssen. Und Tränen
standen der Prinzessin ausgesprochen gut.
Die Prinzessin erwachte, als der Mob versuchte ihren Kopf in die richtige Position für das
Hinrichtungshackbeil zu bringen. Als sie dies jedoch bemerkte schrie sie auf und wollte
den Chef dieser ganzen Versammlung sprechen. "Der Chef bin ich" lachte der Mob und
ließ das Hackbeil auf sie niederfallen.
So ästhetisch schön wie die kleine Prinzessin, war wohl noch nie jemand dem Hackbeil zum
Opfer gefallen, denn ein Raunen ging durch den Mob.
Verwirrt schaute er um sich um sich zu vergewissern, dass diese unglaubliche Ästhetik denn
noch sonst jemand mitbekommen hatte.
Und in der tat. Drei alte Weiber am Rande der Versammlung waren in die Knie gesunken und
beteten zu Gott.
"Ihr alten Frauen", murrte der Mob, "warum betet ihr so klagend?"
"Das ist unsere Aufgabe" kreischten sie zurück, "alte Frauen am Rande der Versammlung klagen
und beten nunmal!"
Damit war das Thema erledigt und der Prinz, der zu spät zur Rettung seiner Prinzessin kam,
ließ sich doch zum Feierabendbier überreden.
Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er heute noch.


28.3.07 20:37
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hasssshrakuslorduspipapolitike (28.3.07 20:54)
Auch wenn der schreibstil sicherlich wenig geschliffen wirkt, beabsichtigt natürlich, denn Madame könnte es jederzeit besser, so muss ich doch sagen, dass mich die geschichte Fasziniert hat, auch wenn das Ende, welches zugegebener Maßen mit einem kleinen, neudeutsch genannt, Gag, daherkam, doch recht absehbar war, was ein Nachteil wäre, hätte ich schlichte Pop-Belletristik gelesen, da dem aber nicht so ist, ist es mir möglich als positive Aspekte die Art anzumerken wie etwa von dem Mob gesprochen, wurde, nämlich wie von einem Individuum, und nicht von einer Masse, oder auch ihre bekannte Art einen direkt in das Geschehen hineinzuwerfen, auf das nur ein Teil der Menschheit die Thematik versteht, und zwar der Teil der das Zitat mit dem Kuchen statt des Brotes kennt, was allerdings ein großteil der angestrebten Zielgruppe sein dürfte, eine Zielgruppe, die belesen ist, und um da nicht nachzustehen versuche ich, wie sicher von ihnen bereits bemerkt, einen möglichst langen, wenn auch relativ sinnfreien, passend zu ihrer, zugegebenermaßen, sinnfschlanken Geschichte, zu kreieren, um Intelligenz vorzugaukeln.

Fazit: In den Staub mit mir.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung